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40 % der Arbeitszeit gehen für Monkey Tasks drauf

SAP, Excel, SharePoint, Teams, E-Mail.
Jedes Tool für sich sinnvoll. Zusammen? Ein Durcheinander.
Das Ergebnis: Informationen liegen verstreut, Freigaben dauern ewig, niemand hat den Überblick.
Besonders in produzierenden Unternehmen führt das zu Reibung.

Box räumt damit auf.

Box verbindet bestehende Systeme und automatisiert Informationsflüsse. In vielen Fällen lassen sich damit Einzellösungen ersetzen und die IT verschlanken. Ohne große Migrationsprojekte.

Am 29.01. zeigen Experten vom KIT gemeinsam mit Box:

→ Wo Monkey Tasks im Arbeitsalltag entstehen
→ Wie sich Datensilos praktisch auflösen lassen
→ Konkrete Beispiele aus deutschen Produktionsunternehmen

Herzlich willkommen zur 102. Ausgabe von Der Autopreneur.

Seit Jahren sprechen wir übers Software-definierte Fahrzeug. Darüber, dass Software mehr und mehr ausmacht, was ein Auto ist und kann.

Wir haben gesehen, wie Startups aus den USA und China an den alten Autobauern vorbeiziehen. Einfach weil sie das mit der Software besser können.

Um aufzuholen, haben deutsche Autobauer Milliarden investiert. CARIAD gegründet. Mega-Transformationsprojekte gestartet. Und am Ende sogar Technologie der Startups eingekauft.

Und jetzt zeigt sich: Das alles könnte schon wieder überholt sein.

Denn die Industrie bewegt sich gerade schon wieder weg vom Software-definierten Auto.

Die nächste Stufe: Das AI-defined Vehicle. AIDV.

Heute schauen wir uns an: Was ist AIDV? Wer ist schon dort? Und arbeiten wir gerade auf ein Ziel hin, das sich längst verschoben hat?

Was ist der Unterschied zwischen SDV und AIDV?

Früher war ein Auto fertig, wenn es vom Band gerollt ist. Was du kaufst, ist was du bekommst. Für immer.

Beim Software-defined Vehicle wird das Auto nach dem Kauf immer besser. Tesla schaltet per Update mehr Reichweite frei. Oder neue Autopilot-Features. Du kaufst heute ein Auto ohne Spurhalteassistent. Morgen kannst du ihn per Software-Update freischalten.

Aber du musst das Auto trotzdem noch selbst steuern. Du wählst den Fahrmodus. Du sagst, dass der Spurhalteassistent aktiviert werden soll.

Beim AI-defined Vehicle dreht sich das Verhältnis um.

Ein KI-Modell analysiert kontinuierlich die Situation. Es berücksichtigt Wetter, Verkehr, Tageszeit, Fahrziel und sogar deine Emotionen. Und passt das Auto automatisch an. Ohne dass du etwas tun musst.

Es ist derselbe Shift, den wir gerade auf unseren Handys und Computern erleben. Früher haben wir Apps geöffnet und Dinge selbst erledigt. Jetzt sagen wir einem KI-Assistenten, was getan werden soll. Und der erledigt es. Apps werden zu Interfaces, die wir nicht mehr brauchen.

Das AIDV ist die Auto-Version davon. Und es geht noch weiter. Dein Auto hat mehr Daten als du. Es weiß, was du brauchst. Und entscheidet für dich.

Ein Beispiel: Du bist gestresst, es ist spät, du willst nach Hause. Das Auto erkennt das über Biometrie. Es dimmt das Licht, spielt beruhigende Musik. Und passt den Fahrstil an. Es fährt langsamer und komfortabler.

Am nächsten Morgen fährst du zur Arbeit. Ausgeschlafen, gute Laune. Das Auto merkt es. Es fährt dynamischer, sportlicher.

Bei SDV ist KI ein Feature. Bei AIDV ist KI das Betriebssystem.

Wer ist schon beim AIDV?

Kurze Antwort: China. Hersteller wie Geely, Li Auto oder Xpeng gehen all-in. Sie machen KI zum zentralen Nervensystem ihrer Autos. Die KI orchestriert nicht nur das Fahren, sondern alle Domains: Antrieb, Cockpit, Klima, Energie.

Viele westliche OEMs sind noch in der Konzeptphase. Auch sie haben KI. Aber als ein Feature unter vielen.

Augustin Friedel hat einen einfachen Test entwickelt.
Wer diese 4 Punkte nicht erfüllt, ist noch bei SDV:

  1. Regelmäßige KI-Modell-Updates. Nicht nur klassische Software-Updates

  2. Laufende Tests des KI-Verhaltens. Mit der Möglichkeit, Updates rückgängig zu machen

  3. KI lernt selbständig aus Fahrdaten dazu. Ohne dass sie komplett neu trainiert werden muss

  4. KI ist über alle Systeme integriert. Nicht nur ein einzelnes Feature

Die nachfolgende Matrix zeigt: Je weiter rechts oben, desto mehr ist KI das Betriebssystem des Autos. Links unten: KI ist nur ein Feature.

Einschätzung der AIDV-Reife von Autoherstellern (Augustin Friedel)

Die unbequeme Wahrheit: Traditionelle Hersteller kämpfen oft noch mit ihren SDV-Strategien. Einige chinesische Player sind schon einen Schritt weiter.

Warum sich die alten Autobauer so schwer tun

Weil es nicht einfach nur um Software-Updates geht. Sondern eine komplett neue Architektur.

Der Chipentwickler Arm beschreibt 3 Umbrüche, die gleichzeitig stattfinden:

1) Centralization

Die gesamte Rechenleistung wandert in einen zentralen Hochleistungs-Chip. Jahrzehntealter Legacy-Code muss auf eine neue Architektur portiert werden. Für etablierte Hersteller eine gigantische Transformation. Für Startups ein Vorteil.

2) AI-First

Die KI ist kein Feature mehr. Sie ist das Fundament. Das braucht deutlich mehr Rechenleistung, Speicher und Energie.

3) End-to-End

Bisher arbeiten viele einzelne Systeme nacheinander. Eines erkennt Objekte, eines plant die Route, eines steuert. Bei End-to-End übernimmt ein einziges KI-Modell alles. Es bekommt Sensordaten und steuert direkt Lenkung, Bremse und Gas. Ohne dass jemand genau erklären kann, wie jede einzelne Entscheidung zustande kommt.

Und genau dieser dritte Punkt ist der Game-Changer. Denn End-to-End macht autonomes Fahren nicht nur besser. Es macht es wirtschaftlich.

Keine 100.000 Zeilen Code mehr für jede Verkehrssituation. Stattdessen ein Modell, das aus Daten lernt.

Und wenn autonomes Fahren wirtschaftlich wird, werden Robotaxis real.

Warum Robotaxis jetzt kommen

Die Kosten für autonome Fahrzeuge sind dramatisch gesunken.

Ein Beispiel: LiDAR. Das ist die Laser-Technologie, mit der autonome Autos ihre Umgebung scannen. Ein LiDAR-Sensor hat vor ein paar Jahren noch 75.000 $ gekostet. Heute unter 200 $.

Waymos neues Robotaxi kostet geschätzt 75.000 $. Baidus RT6 liegt bei 28.000 $. Goldman Sachs hat für 2030 noch Kosten von 50.000 $ pro Robotaxi prognostiziert. Dieses Ziel ist praktisch erreicht.

Außerdem erwarten sie zwischen 2036 und 2040 den Crossover-Punkt. Ab dann wird ein Robotaxi günstiger sein als ein eigenes Auto.

Ab 2036 soll ein Robotaxi günstiger sein als ein eigenes Auto (Goldman Sachs)

ARK Invest sieht den Markt für Robotaxis bei über 10 Billionen $. Das erklärt, warum 4 der 11 Billionen-Dollar-Unternehmen weltweit in Robotaxis investieren: Alphabet (Waymo), Amazon (Zoox), Tesla und NVIDIA. Waymo sammelt gerade 15 Mrd. $ ein. Bei einer Bewertung von über 100 Mrd. $.

Zum Vergleich: Volkswagen liegt bei rund 60 Mrd. $. Ein Robotaxi-Startup ist damit fast doppelt so viel wert wie Europas größter Autobauer.

Und das ist auch der Grund, warum sich das AIDV durchsetzen wird. Milliarden fließen in die Entwicklung. Ob die deutschen Autobauer mitmachen oder nicht.

Mein Take

Das Problem ist nicht, dass wir uns nicht transformieren. Das Problem ist, dass wir dabei zu langsam sind.

Denn während wir uns transformieren, verschiebt sich das Ziel.

Deutsche Autohersteller kämpfen immer noch mit der Software. Es werden immer noch Modelle wegen Software-Problemen verschoben. Viele sind immer noch nicht in der Lage, großflächig Over-the-air Updates durchzuführen.

Aber wir holen auf.

Unsere Konzerne investieren Milliarden. Stellen Zehntausende Software-Entwickler ein. Gründen Tochtergesellschaften wie CARIAD. Und kaufen sich sogar bei Konkurrenten wie Xpeng und Rivian ein.

Alles, um endlich beim Software-defined Vehicle aufzuholen.

Das Problem?

SDV wird gerade zur Commodity.

Bald ist "Wir haben eine SDV-Plattform" wie "Wir machen ein Handy mit Touchscreen". Grundvoraussetzung.

Früher haben wir gesagt: Software is Eating the World. Nvidia-CEO Jensen Huang geht einen Schritt weiter: "AI is going to eat software.”

Die ersten Autobauer gehen all-in. Sie sehen sich als AI-first Companies.

Und das verändert alles. Bei einem AI-defined Vehicle steuert ein KI-Modell alle Fahrzeugfunktionen. Keine Algorithmen mehr, die du programmierst. Keine Module, die du wartest. Updates? Kommen durch Modell-Training, nicht durch Code. Zumindest in der Theorie.

Das bedeutet: Wir stellen gerade Zehntausende Software-Entwickler ein. Aber ein AIDV braucht vielleicht gar keine Software-Entwickler mehr. Sondern KI-Modelle, die aus Daten lernen.

Vielleicht investieren wir gerade in Kompetenzen, die obsolet werden, noch während wir sie aufbauen.

PS: Am Dienstag bespreche ich das Thema noch ausführlicher im Podcast und auf YouTube.

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📊 Aktien-Performance

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Hier die Wochenperformance der wichtigsten Automotive-Werte:

Woche Δ: Kursveränderung der letzten Woche
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Verstehen, was hinter diesen Zahlen steckt? Mein Briefing liefert die Hintergründe.

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Bis zum nächsten Mal,
Philipp Raasch

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